900 Jahre - und mehr als ein Jubiläum

Scheuerfeld

Lage:ca. 200 km ostlich von Frankfurt, bzw. 100 km nördlich von Nürnberg. Zwischen Thüringer Wald und oberem Maintal im Westen der Stadt Coburg gelegen. Erfurt (Freistaat Thüringen) liegt näher als seine (die des Freistaates Bayern) Landeshauptstadt München
Latitude:     50.250
Longitude:  10.933

Verkehrsverbindungen: Von Westen die Bundesstraße 303 (Schweinfurt-Coburg), die an der Autobahn Würzburg-Kassel beginnt. Von Süden und Norden die Autobahn Nürnberg-Coburg-Erfurt (A73) sowie Bundesstraße 4
Die wichtigsten Eisenbahnverbindungen (Richtung Nürnberg, Würzburg und Berlin) zum Bahnhof Coburg, der durch die Stadtbuslinie 7 von Scheuerfeld aus erreichbar ist, laufen alle über den Bahnhof Lichtenfels.
Die Stadt Coburg besitzt einen Verkehrslandeplatz (Brandensteinsebene), die nächste Flughäfen liegen in Nürnberg bzw. Erfurt, der nächst von internationaler Bedeutung in Frankfurt

Einwohnerzahl: ca. 2500

Scheuerfeld feierte im Jahr 2000 sein 900 jähriges Jubiläum mit einem umfangreichen Festprogramm außerdem wurde der
TSV Scheuerfeld
100 Jahre und die Jugendblaskapelle 25 Jahre alt. Der Kindergarten "Kuckucksnest" feierte sein 35 Jähriges.
Und der Jubiläumsmarathon ging 2001 weiter:
Die Schulgemeinde und die Kirchengemeinde wurden 400 Jahre alt, der SPD Ortsverein Scheuerfeld feierte sein 100 jähriges und die Siedlergemeinschaft blickten auf 40 Jahre zurück.

Die erste urkundliche Erwähnung Scheuerfelds datiert auf das Jahr 1100. Es kann allerdings davon ausgegangen werden, daß die zu dieser Zeit auf den Feldern um eine Kapelle herumgestandenen Scheuern (Namesgeber für Scheuerfeld) bereits schon früher dort existiert haben.(siehe auch zur Geschichte Scheuerfelds 900 Jahre)

Von Scheuerfeld aus kann man gut die mächtigen Burg, der Stadt Coburg sehen, die Veste. Der Ursprung der Veste läßt sich nach den ältesten Funden bis in die Stauferzeit (1150-1250) zurückverfolgen.Im Mittelalter lag Coburg an einer wichtigen Pilger- und Handelsstraße, die Leipzig mit Nürnberg und Augsburg verband.

Später wurde Coburg Herzogtum und sein Coburger Fürstenhaus stieg durch seine geschickte Heiratspolitik im 19. Jahrhundert auf zu internationaler Bedeutung auf. Söhne und Töchter aus dem Hause Coburg standen an der Spitze zahlreicher Monarchien in Europa (wie England, Belgien, Portugal, Rumänien und Bulgarien außerdem gab es Verbindungen nach Rußland, Preußen, Mexiko und Schweden).

Die letzten Tage der Monarchie brachen mit dem Ende des 1. Weltkrieges an. Das Herzogtum Coburg-Sachsen-Gotha wurde aufgelöst und an seine Stelle traten die Freistaaten Coburg und Gotha (Gotha erklärte dem Deutschen Reich den Krieg)

Der als selbstständiger Staat zu kleine Freistaat Coburg, zu dem auch Scheuerfeld gehörte, stand bald vor der Frage, ob er sich Thüringen oder Bayern anschließen sollte. In einer Volksabstimmung entschieden sich im November 1919 88 Prozent der Coburger für Bayern. Der offizielle Zusammenschluß erfolgte am 1. Juli 1920.

Die ganze Tragweite dieser Entscheidung wurde erst nach 1945 deutlich. Die Siegermächte teilten Ost und West nach den alten Landesgrenzen von 1937. Thüringen lag in der sowjetischen Besatzungszone und nach 1949 in der DDR; Coburg gehörte der amerikanischen Besatzungszone an und wurde Teil der Bundesrepublik. Der Landkreis und die Stadt Coburg - zu der die bis 1972 selbständige Gemeinde Scheuerfeld eingemeindet wurde - war nun von drei Seiten von Stachelzäunen umgeben und von ihrem einstigen Hinterland bis zur Wiedervereinigung abgeschnitten.

Durch diese eröffneten sich für Scheuerfeld, die Stadt Coburg und den Landkreis neue Chancen für Wirtschaft und Tourismus. Ziel ist es, zusammen mit den thüringischen Nachbarn auf der Achse Coburg-Rödental-Neustadt-Sonneberg und dem Gebiet Coburg-Rodach-Hildburghausen einen leistungsfähigen Wirtschafts- und Entwicklungsraum im Zentrum Europas zu schaffen.


Hubert H. Pieschel

PS:
Unser Scheuerfeld ist zwar einmalig, aber nicht das Einzige...
so gibt es in Rheinland-Pfalz noch ein Scheuerfeld.
Scheuerfeld/Sieg gehört zur Verbandsgemeide Betzdorf und liegt zwischen Westerwald und dem Siegerland.